Schönheitskur
Ein Ehemann nach Arbeitsschluss,
sehnt sich nach Zärtlichkeit und Kuss,
und lenkt die Schritte, nicht zu klein,
gen Eheweib und trautes Heim.
Zu Hause, auf den ersten Blick,
ist niemand da, vielleicht zum Glück;
doch dann sieht auf dem Bette er,
die Gattin liegen, gurkenschwer.
Denn Gurkenscheiben, groß und klein,
die rahmen rings ihr Antlitz ein,
bedecken Nase, Kinn und Stirn,
und grün umwölbt ist auch ihr Hirn.
So frönt der Schönheit sie mit Freud’,
und hat für ihn nur wenig Zeit;
doch flüstert letztlich: „Grüß dich Schatz“;
ansonsten greift die Maske Platz.
Der Ehemann, dies wohl gewohnt,
und wissend, daß sich Schönheit lohnt,
verflüchtigt sich mit frohem Sinn,
zu seiner hübschen Nachbarin.
Da er dies schon des Öfteren tat,
und darin reichlich Übung hat,
erhofft er sich von dieser hier,
ein wenig Liebe und Pläsier.
Doch welcher Schreck zur Abendstund’;
mit Gurken auf dem Näschen, Mund,
auch diese froh der Schönheit labt –
das hätt’ er auch zu Haus gehabt.
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